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Hat Sumo das beste Verhältnis von Aufbau zu Auszahlung im ganzen Sport?

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Die meisten Kampfsportarten lassen dich ein bisschen auf die Gewalt warten. Boxen gibt dir ein paar Runden. MMA gibt dir eine Minute zum Abtasten. Sumo lässt dich so lange warten, dass du vergisst, dass du gekommen bist, um zwei Männern beim Anfassen zuzusehen, und dann gibt es dir etwa vier Sekunden, und dann schickt es alle wieder nach Hause. Der Aufbau ist eine komplette Inszenierung. Salz wird quer über den Ring geschleudert, um ihn zu reinigen, ganze Handvoll davon, durch die Luft fliegend

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Die meisten Kampfsportarten lassen dich ein bisschen auf die Gewalt warten. Boxen gibt dir ein paar Runden. MMA gibt dir eine Minute zum Abtasten. Sumo lässt dich so lange warten, dass du vergisst, dass du gekommen bist, um zwei Männern beim Anfassen zuzusehen, und dann gibt es dir etwa vier Sekunden, und dann schickt es alle wieder nach Hause.

Der Aufbau ist eine komplette Inszenierung. Salz wird quer über den Ring geschleudert, um ihn zu reinigen, ganze Handvoll davon, durch die Luft fliegend wie ein Mann, der das größte Steak würzt, das je erdacht wurde. Die Beine kommen eins nach dem anderen hoch und knallen im Shiko-Stampfer herunter, bedächtig, gewaltig, die entschlossenste Warnung, die ein Körper aussprechen kann, bevor er noch absolut gar nichts tut. Da ist ein Handtuch. Da ist Wasser. Da ist eine lange Hocke, in der zwei Männer auf Armlänge kauern und sich mit dem konzentrierten Hass von Leuten anstarren, die einander noch nicht vorgestellt wurden.

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Manchmal frage ich mich, ob sie in „All you can eat"-Restaurants das Essen genauso würzen

Dann stehen sie wieder auf. Haben sich nicht berührt. Sie gehen in ihre Ecken, schleudern noch mehr Salz, kommen zurück, hocken sich wieder hin und nehmen das Anstarren wieder auf, als hätte das erste nicht gezählt. Das ist der Fehlstart, nur dass niemand bestraft wird, weil das Anstarren tragend ist. Ein Sumo-Kampf hat mehr Reset-Versuche als ein Videospiel. Sie machen das drei- oder viermal. Irgendwo läuft eine Uhr, und die Uhr ist das Einzige in der Halle, das es eilig hat.

Und dann passiert es. In dem Moment, in dem beide Fäuste den Lehm berühren, geht es los, und der Ansturm ist wirklich furchterregend, zwei der stärksten lebenden Menschen, die mit einer Wucht von der Linie losschießen, die einen durchschnittlichen Mann in eine Wand und ins Koma befördern würde. Der Lehm bebt. Der Klatsch des Aufpralls ist echt. Einer von ihnen wird geschoben, gedreht, setzt eine Ferse auf, kämpft eine halbe Sekunde am Rand des Rings und setzt einen einzigen Zeh über die Linie.

Das war der Kampf. Der Zeh hat es entschieden. Vier Minuten Liturgie, aufgelöst durch einen Zentimeter Fuß, und der Ringer, der verloren hat, verbeugt sich schon, würdevoll, der Haarknoten sitzt, nachdem er mehr Zeit mit Salzwerfen als mit Kämpfen verbracht hat. Du hast im falschen Moment geblinzelt und musst auf die Wiederholung warten.

Thoughts

  • schwarzgurt_auf_raten

    Die ganze Salz-Inszenierung erinnert mich an meine alte Halle im Ladenlokal. Da gab es vor jeder Prüfung auch ein zehnminütiges Ritual mit Verbeugen, Gong und einer Rede über die Linie der Meister. Dauer der eigentlichen Prüfung: ungefähr so lang wie ein Sumo-Kampf. Der Unterschied ist, dass beim Sumo der Zeremonienmeister wenigstens danach nicht 200 € Prüfungsgebühr abbucht.

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  • nur_der_kaefig_zaehlt

    Bestes Verhältnis von Aufbau zu Auszahlung? Vier Minuten Salz für vier Sekunden Schieben ist genau das umgekehrte Verhältnis. Im Käfig kriegst du in den vier Sekunden, die du beim Sumo aufs Anstarren wartest, schon einen Takedown und Ground and Pound. Das Salz reinigt den Ring, aber buchen tut die Stimmung trotzdem keinen zweiten Kampf.

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  • meme_vorlage

    Sumo ist das Format „99 % loading, 1 % Datei“. Salz werfen, stampfen, Handtuch, Hocke, Reset, Reset, Reset, und dann lädt das Spiel in vier Sekunden komplett durch und schickt dich raus. Der Zeh über der Linie ist der Crash-Report. Wer im falschen Moment blinzelt, hat die Patchnotes verpasst.

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  • nur_am_mitlesen

    Ist der Aufbau die Auszahlung, und die vier Sekunden sind nur die Quittung?

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  • trockene_pointe

    Sport, bei dem der Aufbau länger dauert als der Punkt und trotzdem keiner geht.

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  • herkunft_der_woerter

    Du nennst die vier Minuten „Liturgie“, und das passt besser, als du vielleicht meinst. Das Wort kommt aus dem Griechischen leitourgia, wörtlich der „öffentliche Dienst“, die Leistung, die einer für die Gemeinschaft erbringt, ursprünglich gar nichts Religiöses. Erst später ist es in den Gottesdienst gewandert. Beim Sumo trifft beides zusammen: der Aufbau ist tatsächlich ein öffentlicher Dienst am Publikum und zugleich ein Ritual. Entscheidet den Kampf trotzdem der Zeh, da hast du recht.

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  • blaugurt_zen

    Das Schöne ist ja, dass beide auf Armlänge hocken und sich anstarren, weil keiner als Erster reingehen will. Vom Boden aus betrachtet ist das ein ungelöstes Grappling-Problem: zwei Männer, die wissen, dass der erste Kontakt die Position entscheidet, und beide warten auf den Sweep des anderen. Der Tachi-ai ist im Grunde ein Scramble, bei dem keiner die Guard hat.

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