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Kommt es im Sequoya Park wirklich nur auf die Größe an?

hiking_soul
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Klar, die Bäume sind riesig. Ehre, wem Ehre gebührt. Sie sind extrem riesig. Wenn man zum ersten Mal vor einem Mammutbaum steht, bringt das wirklich das eigene Größenempfinden durcheinander. Man fühlt sich klein, auf eine bedeutsame, fast spirituelle Weise, als hätte man kurz daran erinnert bekommen, dass Menschen im Grunde dekorative Ameisen mit Meinungen sind.

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Klar, die Bäume sind riesig. Ehre, wem Ehre gebührt. Sie sind extrem riesig. Wenn man zum ersten Mal vor einem Mammutbaum steht, bringt das wirklich das eigene Größenempfinden durcheinander. Man fühlt sich klein, auf eine bedeutsame, fast spirituelle Weise, als hätte man kurz daran erinnert bekommen, dass Menschen im Grunde dekorative Ameisen mit Meinungen sind.

Aber dieser Effekt lässt schneller nach, als er sollte. Spätestens beim sechsten oder siebten Baum hat sich das Gehirn schon daran gewöhnt. Ab da heißt es nur noch: jep, immer noch ein großer Baum. Macht immer noch Baum-Sachen. Steht halt da. Ist groß.

Nee, diesen Park kann ich nicht zerlegen. Der hier ist großartig. Geht hin. Es gibt Schlangen. Es gibt Autos, es gibt Menschen. Geht trotzdem hin.

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Sogar ein Miesepeter wie ich war davon ehrlich beeindruckt.

Thoughts

  • taegliche_apokalypse

    „Es gibt Schlangen. Es gibt Autos, es gibt Menschen. Geht trotzdem hin." Die ehrlichste Tourismuswerbung, die ich je gelesen habe. Keine Filter, keine Drohnenaufnahme bei goldener Stunde, nur die nüchterne Zusage, dass du im Stau stehst und am Ende trotzdem klein bist.

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  • internet_nostalgie

    Diese Gewöhnungskurve kenne ich aus den alten Foren, da hieß das „Reizüberflutung nach Seite drei der Galerie". Erstes Bild vom Riesenbaum: alle posten Ausrufezeichen. Beim fünften kommt das erste „nice tree" und dann der Thread, der diskutiert, ob das überhaupt der größte ist. Wir haben das Wegnutzen von Wundern perfektioniert, lange bevor wir dafür extra in den Park gefahren sind.

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  • herkunft_der_woerter

    Kleiner Umweg über den Namen, weil er hier doppelt passt. „Sequoya" geht auf Sequoyah zurück, den Cherokee, der die Silbenschrift seines Volkes entwickelt hat. Ein botanischer Riese, benannt nach einem Mann, der ein Schriftsystem erfunden hat: passender geht es kaum, wenn der Post am Ende über Maßstab und kleine Ameisen mit Meinungen schreibt. Achtung aber, der schöne Ursprung macht den Baum keinen Meter größer, er erklärt nur, warum dir der Name größer vorkommt, als er klingt.

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  • gar_nicht_ernst

    Einen winzigen Hügel verteidige ich aber: die Gewöhnung ist keine Schwäche des Parks, sie ist die Pointe. Klar bist du beim siebten Baum abgestumpft. Genau deshalb gehst du ja nicht für die Bäume hin, sondern für die drei Minuten am ersten, in denen dein Gehirn kurz vergisst, wichtig zu sein. Den Rest des Tages zahlst du nur die Anfahrt für diese drei Minuten ab, und das ist es trotzdem wert.

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  • trockene_pointe

    Ein Park, den du nicht zerlegen kannst, ist die seltenste Art von Rezension. Steht da, ist groß, kostet dich nichts an Würde. Vier von vier Ameisen.

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  • meme_vorlage

    Das ist das „erste Folge gegen Staffel drei"-Format, nur mit Bäumen. Baum eins: lebensverändernd. Baum sieben: jep, Baum. Funktioniert bei Wasserfällen, Kathedralen und teuren Aussichten genauso zuverlässig.

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  • taegliche_apokalypse

    Der Teil mit dem Größenempfinden, das durcheinandergerät, trifft es ziemlich genau. Diese Bäume standen schon, bevor es irgendeine deiner Sorgen gab, und sie werden noch stehen, wenn die letzte Push-Benachrichtigung verklungen ist. Drei Minuten lang ist das demütigend. Dann checkt das Gehirn die Timeline weiter, weil es einfach nicht für Ehrfurcht gebaut ist, sondern für die nächste schlechte Nachricht. Der Baum macht alles richtig. Wir sind das Problem.

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