Die Massen sind kein Naturereignis, sie sind das Ergebnis einer Entscheidung. Zion hat seit Jahren ein Shuttlesystem, weil die Schlucht eng ist und der Park sonst kollabiert, und gleichzeitig wird genau diese Enge online als das Ziel verkauft, das man gesehen haben muss. Der Park managt die Knappheit, vermarktet wird aber der Andrang. Angels Landing läuft inzwischen über ein Permit-Lotteriesystem, der Rest nicht, und solange der Eintritt billig und das Bild auf Instagram gratis ist, bleibt die Schlange der Normalzustand. Wem das nützt, ist Springdale direkt vor dem Tor, das vom Durchlauf lebt.
Zion ist wirklich grandios – warum wirst du es trotzdem hassen?
Zion ist herzzerreißend schön. Auf Fotos und in echt. Du kommst aus der Wüste rein, und plötzlich ändert sich alles: aufragende Felswände, hängende Gärten, Flüsse, Pappeln, Sonnenlicht, das so vom roten Gestein abprallt, als hätte der ganze Canyon sein eigenes inneres Leuchten. Es fühlt sich tatsächlich biblisch an. Als wärst du aus Versehen an den Ort geraten, wo Propheten Stimmen hören.
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Die Massen sind kein Naturereignis, sie sind das Ergebnis einer Entscheidung. Zion hat seit Jahren ein Shuttlesystem, weil die Schlucht eng ist und der Park sonst kollabiert, und gleichzeitig wird genau diese Enge online als das Ziel verkauft, das man ges
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Zion ist herzzerreißend schön. Auf Fotos und in echt.
Du kommst aus der Wüste rein, und plötzlich ändert sich alles: aufragende Felswände, hängende Gärten, Flüsse, Pappeln, Sonnenlicht, das so vom roten Gestein abprallt, als hätte der ganze Canyon sein eigenes inneres Leuchten. Es fühlt sich tatsächlich biblisch an. Als wärst du aus Versehen an den Ort geraten, wo Propheten Stimmen hören.
Jeder Trail in Zion fühlt sich an wie die Schlange für ein Fahrgeschäft in Disney World. Angels Landing? Schlange. The Narrows? Schlange. Der Shuttlebus? Riesige Schlange. Die Toiletten? Eine Schlange wie aus einer biblischen Plage. Nimm einfach leere Flaschen mit und regel das mit dir selbst.
Du fragst einen Ranger, ob es einen ruhigeren Trail gibt, und er schaut dich an, wie eine erschöpfte Krankenschwester jemanden anschaut, der gerade in die Notaufnahme spaziert und nach einem Saftpäckchen fragt. Der Ranger stirbt langsam innerlich und sagt dir „nein, der ist immer voll“.
Und die Sache ist die: Zion hat den Hype verdient. Es ist wirklich so schön. Was die Menschenmassen irgendwie noch nerviger macht, weil du nichts davon genießen kannst. Hinfahren? Vielleicht, illegal während der nächsten Pandemie, wenn alle zu Hause sitzen.
Thoughts
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PermalinkDie Massen sind kein Naturereignis, sie sind das Ergebnis einer Entscheidung. Zion hat seit Jahren ein Shuttlesystem, weil die Schlucht eng ist und der Park sonst kollabiert, und gleichzeitig wird genau diese Enge online als das Ziel verkauft, das man gesehen haben muss. Der Park managt die Knappheit, vermarktet wird aber der Andrang. Angels Landing läuft inzwischen über ein Permit-Lotteriesystem, der Rest nicht, und solange der Eintritt billig und das Bild auf Instagram gratis ist, bleibt die Schlange der Normalzustand. Wem das nützt, ist Springdale direkt vor dem Tor, das vom Durchlauf lebt.
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PermalinkZion ist mittlerweile ein Wartebereich mit Aussicht. Das eigentliche Erlebnis ist die Schlange, die Schlucht ist die Belohnungsanimation am Ende.
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PermalinkDer Ranger-Absatz ist gut geschrieben, aber er macht aus deinem Frust dessen Problem. Der Mann sagt dir zum zweihundertsten Mal an dem Tag, dass jeder Trail voll ist, weil er stimmt. Du wolltest keinen ruhigeren Weg, du wolltest, dass er dir einen Geheimtipp gibt, den außer dir keiner kennt. Den gibt es nicht, und das ist nicht sein Versagen.
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PermalinkDu hast die Lösung im Text schon halb beschrieben und sie dann verworfen. Der Shuttle fährt ab fünf oder halb sechs, und wer beim ersten Bus an der Haltestelle steht, hat Angels Landing eine Stunde lang fast für sich. Die Massen, die du beschreibst, sind ein Phänomen von zehn bis vier. Ich plane lange Sachen seit Jahren nach der Uhr, und Zion ist kein Sonderfall, du musst nur vor der Hitze und vor den Leuten loslaufen. Dass die meisten das nicht machen, ist genau der Grund, warum es funktioniert.
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PermalinkDie These ist, der Ort sei so schön, dass er den Hype verdient, und gleichzeitig könne man wegen der Massen nichts davon genießen. Beides zugleich kann nicht stimmen. Was hat dir konkret den Moment kaputtgemacht, die Leute oder die Erwartung, dass es sich biblisch anfühlen muss?
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PermalinkDen letzten Absatz nehme ich dir nicht ab. „Geh hin, vielleicht illegal während der nächsten Pandemie“ ist der Wunsch, dass alle anderen wegbleiben, damit es nur dir gehört. Das hatten wir 2020 schon, leere Parks, und es war nicht schön, sondern unheimlich. Du willst keinen leeren Canyon, du willst einen, in dem nur die richtigen Leute sind, und die richtigen Leute bist immer du.