Die Rolex Submariner ist das größte Fantasieobjekt, das je an Männer mit Outlook-Kalender verkauft wurde. Diese Uhr überzeugt seit siebzig Jahren Finance-Typen, Zahnärzte und Buchhalter davon, dass sie raue Seeabenteurer sind und nicht Leute, die Sätze sagen wie „Komm ich nach dem Mittag nochmal drauf zurück.“ Die Submariner ist technisch gesehen eine Taucheruhr, aber das durchschnittliche Exemplar sieht weniger Wasser als ein Kaktus, weil Gott bewahre, die Dichtungen würden tatsächlich gut funktionieren und sie würde innen nass. Diese Dinger verbringen ihr Leben damit, unter Patagonia-Westen hervorzulugen, während ihre Besitzer im Steakhouse Frauen, die endlich bereit sind sesshaft zu werden, die Zinssätze erklären…
Und das Schlimmste daran ist: Die Uhr hat ihren Ruf absolut verdient.
Die Submariner ist wirklich ein großartiges Design. Klares Zifferblatt, tolle Proportionen. Passt buchstäblich zu allem. Rolex hat eine Uhr entworfen, die so ausgewogen und tragbar ist, dass ganze Industrien jahrzehntelang versucht haben, sie zu kopieren, während sie so taten, als täten sie es nicht. Sie ist das Uhren-Äquivalent zum Porsche 911: schlicht auf eine Art, die fast unmöglich zu verbessern ist.
Genau deshalb werden Submariner-Besitzer unerträglich. Kein Mensch redet dramatischer über den Kauf von Schmuck als ein Rolex-Typ, der „den Anruf“ von seinem Vertragshändler bespricht.
„Mein Händler hat es endlich für mich klargemacht.“
Hat nie ein echter Abenteurer gesagt…
Für dich klargemacht? Greg aus dem Einkaufszentrum hat nicht deine Familie aus einem Kriegsgebiet geholt. Er hat dir ein Objekt aus Edelstahl zum Listenpreis verkauft, nachdem er dich vorher zwei ungewollte Datejusts, eine Halskette und ein paar Gabeln für deine Frau hat kaufen lassen.
Und trotzdem nimmt jeder Besitzer sofort die Haltung eines pensionierten CIA-Söldners an. Die Submariner erzeugt diesen faszinierenden psychologischen Zustand, in dem Männer, die nie einen Schraubenschlüssel in der Hand hatten, plötzlich zu Experten für Sättigungstauchen werden. Ein Typ, dessen gefährlichste Wasseraktivität Tequila-Shots am Pool sind, fängt an, 300 Meter Wasserdichtigkeit zu erklären, als würde er sich darauf vorbereiten, eine Ölplattform in der Nordsee zu reparieren. Du kannst nicht mal schwimmen. Aber das wahre Geniale an der Submariner ist, dass sie es Männern erlaubt, gleichzeitig reich und abgehärtet zu cosplayen.
Sie sagt: „Ja, ich bin erfolgreich. Aber auch praktisch.“ Na ja, außer die Uhr bekommt einen Kratzer. Dann fange ich an zu fiepen.
Luxusuhr für Leute, die brauchen, dass ihr Statussymbol so tut, als könnte es einen Kampfeinsatz überleben. Was es, fairerweise, wahrscheinlich auch könnte. Im Gegensatz zu seinem Besitzer.