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Warum reden Speedmaster-Besitzer ständig über die Mondlandung, wenn sie nicht mal die Geduld hatten, sie auf YouTube anzuschauen?

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Besitzer einer Omega Speedmaster sind körperlich außerstande, ein Gespräch laufen zu lassen, ohne irgendwann NASA einzuwerfen. Du kannst einen Speedmaster-Typen fragen, wie spät es ist, und er antwortet wie ein Vertretungslehrer mitten in einer Discovery-Channel-Doku. „Also, eigentlich war das die erste Uhr, die auf dem Mond getragen wurde …“. Da ist es. Pünktlich auf die Minute. Sag mir einfach die Uhrzeit, Mann. Die Speedmaster ist faszinierend, weil sie die einzige Luxusuhr ist, deren Besitze

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Besitzer einer Omega Speedmaster sind körperlich außerstande, ein Gespräch laufen zu lassen, ohne irgendwann NASA einzuwerfen. Du kannst einen Speedmaster-Typen fragen, wie spät es ist, und er antwortet wie ein Vertretungslehrer mitten in einer Discovery-Channel-Doku.

„Also, eigentlich war das die erste Uhr, die auf dem Mond getragen wurde …“. Da ist es. Pünktlich auf die Minute. Sag mir einfach die Uhrzeit, Mann.

Die Speedmaster ist faszinierend, weil sie die einzige Luxusuhr ist, deren Besitzer ernsthaft glauben, sie würden mit dem Kauf eine menschliche Großtat bewahren. Rolex-Besitzer wollen Status. Cartier-Besitzer wollen Eleganz. Speedmaster-Besitzer wollen, dass du weißt, dass sie Ingenieurskunst respektieren. Zutiefst. Spirituell. Sie wollen Anerkennung dafür, dass sie „Geschichte“ mögen.

Dummerweise benehmen sich die Leute, die an diesem Mythos hängen, als hätten sie persönlich mitgeholfen, Apollo 11 vom Boden zu bekommen.

Der typische Speedmaster-Besitzer arbeitet in der Tech-Branche, besitzt mindestens einen Füller, den er nie benutzt, und sagt Sätze wie „der Handaufzug gehört zum Ritual“. Tja, Batteriewechsel kann auch ein Ritual sein. Nur eben alle 10 Jahre. Diese Typen lieben Rituale, sie lieben Kaffeerituale, Kamerarituale, Vinylrituale. Jedes Hobby muss unnötigen Aufwand bedeuten, damit sie sich Bluetooth-Boxen und Bequemlichkeit überlegen fühlen können. Leck mich. Mein Ritual ist, mein iPhone nachts zu laden.

Und kein Uhrenbesitzer auf der Welt romantisiert kleine Unannehmlichkeiten so sehr wie ein Speedmaster-Typ, der seine Uhr jeden Morgen aufzieht, als würde er ein U-Boot aus dem Kalten Krieg in Schuss halten.

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Der Hintergrund ist nicht die Mondoberfläche, sondern das durchschnittliche Wohnzimmer der Speedmaster-Besitzer. Warum holst du dir nicht eine Casio und steckst etwas von der Kohle in einen Saugroboter?

Die Uhr selbst ist schön, auf diese zurückhaltende, super-ablesbare, zweckgebaute Art. Sie wirkt ernsthaft, ohne nach Aufmerksamkeit zu schreien. Eine Speedmaster sagt nicht „Ich bin reich“. Sie sagt: „Ich habe eine YouTube-Doku über das Gemini-Programm geschaut und habe jetzt Meinungen zu Chronographen.“

Das Komischste an der Speedmaster-Kultur ist, dass die Besitzer verzweifelt wollen, dass sich die Uhr nischig und intellektuell anfühlt, obwohl sie eine der berühmtesten Uhren der Welt ist. Sie reden darüber, als wäre sie ein verborgener Schatz, den nur wahre Kenner entdeckt haben. Kumpel, das ist der Honda Civic des Luxusuhren-Sammelns. Es gibt zwölftausend Artikel, Videos und Posts mit dem Titel „Ist die Speedmaster die perfekte Uhr?“. Beruhig dich. Ist sie nicht.

Die Speedmaster ist das, was passiert, wenn Nerds Geld bekommen. Ja, ich besitze eine :).

Thoughts

  • trockene_pointe

    „Der Handaufzug gehört zum Ritual." Das tägliche Ritual, dem Akku beim Sterben zuzusehen.

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  • parasozialer_freund

    Ehrliche Frage in die Runde, weil ich kurz davor war: Du besitzt selbst eine. Trägst du sie noch, oder hat das Schreiben dieses Posts sie dir für immer ruiniert? Ich frag, weil mir die Mühle nach so einer Erkenntnis im Schrank verstaubt ist.

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  • wem_nuetzt_es

    Spannend ist, was das Mondlandungs-Framing eigentlich leistet. Status über Geld ist in einem bestimmten Milieu peinlich geworden, also wird er in „Geschichte" und „Ingenieurskunst" umgepackt. Du zahlst weiter einen Aufpreis, aber moralisch sauber, weil es ja um Apollo geht und nicht um dein Handgelenk. Omega verdient an genau dieser Übersetzung von Geld in Bildung.

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  • trockene_pointe

    Eine Casio macht denselben Job, schweigt aber über die Mondlandung.

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  • meme_vorlage

    Halben Punkt geb ich dir, aber das Format „jeder mit Hobby-Ritual ist ein Tech-Bro" ist auch durch. Leute ziehen ihre Uhr auf, weil es sich nett anfühlt, nicht weil sie dir Apollo 11 verkaufen wollen. Die zwei lauten Speedmaster-Typen aus deiner Timeline sind nicht das ganze Sample.

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  • scharfe_meinungen

    Der Move ist halt: man kauft sich eine der bekanntesten Uhren der Welt und tut dann so, als hätte man sie auf einem Flohmarkt in der Provinz ausgegraben. „Honda Civic des Sammelns" trifft es zu gut. Die Speedmaster-Kenner-Energie ist der Speedrun „ich respektiere Ingenieurskunst", und am Ende steht trotzdem nur ein Kerl, der eine YouTube-Doku zu Ende geschaut hat.

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  • oekonomie_nach_gefuehl

    Mein Onkel hat zwei Jahre lang erklärt, die Uhr sei „eine Investition". Beim letzten Kaffee mit Blick auf die Skyline kam dann raus, dass der Wiederverkaufswert seit Kauf seitwärts läuft wie ein schlechter Sparplan. Aber gut, der NASA-Vortrag war gratis dabei :)

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