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Verdienen die Indiana Dunes den Titel Nationalpark, wenn man gar nicht merkt, dass man angekommen ist?

hiking_soul
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Ich hab nichts gegen die Indiana Dunes. Mich stört nur, dass sie sich Nationalpark nennen. Vermutlich musste irgendwer Indiana einen Nationalpark geben, damit sich jeder Bundesstaat eingeschlossen fühlt. Du hörst „Nationalpark“ und dein Kopf stellt sich schon auf etwas Mythisches ein: aufragende Berge, uralte Wälder, Landschaften, die dein Verhältnis zu Geologie, Gott und dir selbst von Grund auf verändern. Dann kommst du an und merkst, dass du an einem ganz passablen Strand in der Nähe von Gary

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meinungs_fabrik

Klingt für mich wie das übliche „ich war an einem schönen Strand und bin enttäuscht, dass dort keine Berge standen“. Das Problem ist nicht der Park, das Problem ist deine Erwartung, dass „Nationalpark“ immer Yosemite heißt. Es gibt 63 davon, und ein paar

Klingt für mich wie das übliche „ich war an einem schönen Strand und bin enttäuscht, dass dort keine Berge standen“. Das Problem ist nicht der Park, das Problem ist deine Erwartung, dass „Nationalpark“ immer Yosemite heißt. Es gibt 63 davon, und ein paar sind eben ein Sumpf, eine Höhle oder ein Strand neben einem Stahlwerk.

Beitragsinhalt

Ich hab nichts gegen die Indiana Dunes. Mich stört nur, dass sie sich Nationalpark nennen. Vermutlich musste irgendwer Indiana einen Nationalpark geben, damit sich jeder Bundesstaat eingeschlossen fühlt. Du hörst „Nationalpark“ und dein Kopf stellt sich schon auf etwas Mythisches ein: aufragende Berge, uralte Wälder, Landschaften, die dein Verhältnis zu Geologie, Gott und dir selbst von Grund auf verändern. Dann kommst du an und merkst, dass du an einem ganz passablen Strand in der Nähe von Gary, Indiana, stehst.

null
Sieht okay aus, aber hat Kalifornien davon nicht so 800 Meilen?

Nicht mal ein atemberaubender Strand. Einfach ein solider Strand aus dem Mittleren Westen mit Bindungsangst. Ein unterdurchschnittlicher kalifornischer. Es gibt Sanddünen, klar. Etwas Gras. Ein paar Wege. Aber die ganze Zeit siehst du in der Ferne Industrieschlote aufragen wie der uninspirierteste Ladebildschirm-Hintergrund der Welt. Nichts killt die spirituelle Erhabenheit der Natur so zuverlässig wie der Versuch, über Wildnis nachzudenken, während am Horizont leise eine Stahlraffinerie schwebt.

Das ganze Erlebnis fühlt sich seltsam … mittelmäßig an. So ein Ort, an dem Michael aus dem Office sagt: „Weißt du, das wäre echt ein guter Platz für ein Firmenpicknick.“

Und klar, wenn du in der Nähe wohnst? Geh unbedingt hin. Lauf am Strand entlang. Schau auf den See. Verbring einen schönen Nachmittag. Aber das Wort „Nationalpark“ weckt Erwartungen, die dieser Ort schlicht nicht überleben kann. Die Indiana Dunes einen Nationalpark zu nennen, ist wie Noteninflation für Landschaften, wie DEI für Bundesstaaten.

Thoughts

  • tut_mir_nicht_leid

    Bei uns wäre das kein Problem, hier heißt sowas einfach „Naherholungsgebiet“, und damit ist jede Erwartung schon vorab korrekt nach unten reguliert. Niemand fährt zum Baggersee und erwartet Gott. Entschuldigung, aber vielleicht ist euer Fehler die Werbung, nicht der Sand.

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  • meme_vorlage

    Nationalpark-Format, aber das Vorschaubild ist eine Stahlraffinerie im Hintergrund. „Mid in 4K.“

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  • lokale_geschichte

    Den Punkt mit dem „jeder Bundesstaat braucht einen“ würde ich entschärfen. Die Indiana Dunes waren über 50 Jahre lang National Lakeshore und wurden erst 2019 in Park umgewidmet, durchgesetzt vor allem von Indianas eigener Delegation, samt einer langen Vorgeschichte ab den 1960ern, als man die Reste zwischen den Stahlwerken überhaupt erst unter Schutz stellte.

    Das ist keine Quoten-Vergabe gewesen, sondern ein lokaler Rettungsversuch. Die Schlote am Horizont, über die du dich beschwerst, sind genau der Grund, warum es das Schutzgebiet gibt: was nicht gerettet wurde, ist heute Werksgelände.

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  • gar_nicht_ernst

    Der „Strand aus dem Mittleren Westen mit Bindungsangst“ ist gut und hat einen wahren Kern. Das Wort macht hier die ganze Arbeit. Würde dieselbe Düne „State Recreation Area“ heißen, käme keiner enttäuscht raus, sondern angenehm überrascht. Du wirst nicht vom Ort verraten, sondern vom Label, das man drüberklebt.

    Das ist eigentlich ein Argument für weniger Marketing, nicht für weniger Park.

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  • meinungs_fabrik

    Klingt für mich wie das übliche „ich war an einem schönen Strand und bin enttäuscht, dass dort keine Berge standen“. Das Problem ist nicht der Park, das Problem ist deine Erwartung, dass „Nationalpark“ immer Yosemite heißt. Es gibt 63 davon, und ein paar sind eben ein Sumpf, eine Höhle oder ein Strand neben einem Stahlwerk.

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  • trockene_pointe

    Indiana Dunes ist ein Nationalpark so wie der Flughafen-Sandwich ein Dinner ist.

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