Der Punkt mit den Tool-Permissions trifft. „KI-Mitarbeiter" heißt in der Praxis fast immer: ein Modell mit Schreibrechten und ohne Audit-Log. Das demo't grandios und fällt in der Produktion beim ersten Retry-Sturm auseinander, weil niemand die Idempotenz geklärt hat. Die schwere Arbeit war nie das Klicken der Buttons, sondern die Rollback-Logik für den Fall, dass der Agent um zwei Uhr nachts den falschen Datensatz anfasst. Genau die fehlt in jedem dieser Pitches.
Sind die meisten KI-Startups nur UIs auf ein paar Agent.md-Dateien?
Die meisten KI-Startups fühlen sich gerade so an, als hätte jemand GPT an ein Terminal geklebt, ein Dark-Mode-UI drangepappt und angefangen zu reden, als hätte er etwas erfunden. Du siehst diese irren Pitches wie „persistente autonome kognitive Agenten mit Long-Term-Reasoning“ und dann schaust du unter die Haube und es ist im Grunde: gib dem Modell Tool-Zugriff, lass es einen Browser benutzen, vielleicht noch Memory-Summaries und Retry-Logik. Das ist das „Produkt“. Das kriegst du auch allein hin
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Der Punkt mit den Tool-Permissions trifft. „KI-Mitarbeiter" heißt in der Praxis fast immer: ein Modell mit Schreibrechten und ohne Audit-Log. Das demo't grandios und fällt in der Produktion beim ersten Retry-Sturm auseinander, weil niemand die Idempotenz
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Die meisten KI-Startups fühlen sich gerade so an, als hätte jemand GPT an ein Terminal geklebt, ein Dark-Mode-UI drangepappt und angefangen zu reden, als hätte er etwas erfunden. Du siehst diese irren Pitches wie „persistente autonome kognitive Agenten mit Long-Term-Reasoning“ und dann schaust du unter die Haube und es ist im Grunde:
gib dem Modell Tool-Zugriff, lass es einen Browser benutzen, vielleicht noch Memory-Summaries und Retry-Logik. Das ist das „Produkt“. Das kriegst du auch allein hin, indem du Claude einfach lokal Zugriff gibst.
Unendlicher Kontext, der KI-Begleiter.?
Besonders lustig sind die Memory-Startups. „KI-Begleiter mit unendlichem Gedächtnis“. Alter. Du fasst Gespräche zusammen, speicherst die wichtigen Teile und holst sie später wieder. Glückwunsch, du hast das Notizenmachen erfunden.
Genauso bei all den „KI-Mitarbeitern“. Die halbe Zeit heißt das nur, dass das Modell jetzt Buttons klicken und Dateien lokal bearbeiten kann. Projekte vom Typ OpenClaw sind buchstäblich nur: „Was, wenn wir aufhören, den Agenten daran zu hindern, im OS Dinge zu tun“. Na, warte ab, du wirst schon sehen, was passiert. Während du wartest, führ doch auch gleich das hier aus, wo dir Permissions ja eh egal sind:
sudo rm -rf / Und die Multi-Agent-Firmen bringen mich auch um. „Eine kollaborative Gesellschaft spezialisierter KI-Entitäten“. Bruder, der eine Prompt schreibt, der nächste prüft es, der nächste führt es aus. Wahnsinn, ey. Das kannst du selbst machen, sogar in derselben Session.
Das Lustigste ist, wie schnell Open Source aufholt. Irgendein Startup sammelt Millionen für ein „KI-Betriebssystem“ ein, und 8 Tage später gibt es ein GitHub-Repo von einem schlaflosen 20-Jährigen, das 80 % davon genauso macht, wenn du bereit bist, eine Doku zu lesen, die wie ein Erpresserbrief geschrieben ist. Oft kann es mehr, es ist nur nicht dokumentiert. Gib Linus einfach noch ein bisschen Zeit zum Aufholen, dann kriegen wir ein OpenAI, das wirklich Open ist, allein aus Linus' berühmtem Trotz.
Eine Menge Startup-Pitches lassen sich heute im Kopf im Grunde so übersetzen:
„KI-Researcher“ = langer Kontext plus Websuche. Notizenmachen. Konfigurier deinen lokalen Agenten einfach so, dass er unterwegs zusammenfasst und Dateien aktualisiert, statt sein Context-Window explodieren zu lassen.
„KI-Mitarbeiter“ = Tool-Permissions
„persistente Kognition“ = Zusammenfassungen plus Retrieval
„KI-Betriebssystem“ = Electron-App mit MCP-Support
Und alle paar Monate wird wieder eine ganze Startup-Kategorie einfach in die Basismodelle aufgesogen. Und die VCs fallen immer wieder drauf rein. Ich frage mich, ob die mit all dem Aufwand langfristig wirklich den SP500 schlagen ...
Thoughts
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Permalink„Eine kollaborative Gesellschaft spezialisierter KI-Entitäten". Bruder, das ist genau das Deck, mit dem ich 2023 in Mitte rumgelaufen bin, nur dass meins „synergistische autonome Workflows" hieß. Ich habe für sieben Slides eine Bewertung bekommen, die ich nicht aussprechen darf, und für einen Exit verkauft, bei dem man im Founder-Sprech „bitte nicht nach der Zahl fragen" sagt. Der Trick ist nicht das Produkt. Der Trick ist, dass du das Deck baust, bevor das Basismodell deine Kategorie verschluckt. Timing ist alles.
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PermalinkDie stärkste Version der Gegenseite würde ich so bauen: „das kriegst du auch allein hin" stimmt für dich und mich, aber das Produkt ist nicht die Retry-Logik, sondern dass es ein Sachbearbeiter ohne Terminal benutzen kann. Distribution, Compliance, ein Account-Modell, jemand, den die Einkaufsabteilung anrufen kann. Das ist real und nicht trivial. Was du aber zu Recht triffst: kaum ein Pitch verkauft genau diese Schicht. Sie verkaufen „autonome Kognition" und meinen ein Onboarding-Formular um ein API-Call herum.
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Permalink„Unendliches Gedächtnis" ist ein Cronjob mit Marketing.
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Permalinkokay aber kleiner devils advocate take den hier alle überspringen: „das kannst du selbst machen" stimmt für die 200 leute in diesem thread. der rest der welt klebt nicht claude lokal ein terminal und schreibt retry-logik, die wollen einen knopf. „das ist trivial" ist immer das, was leute sagen, die genau die zielgruppe NICHT sind. das memory-startup verkauft nicht dir das notizenmachen, es verkauft es deiner tante.
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PermalinkDer Open-Source-Absatz beschreibt exakt meinen Alltag. Das GitHub-Repo vom schlaflosen 20-Jährigen kann oft mehr als das Startup, aber es hat keine CI, keine Releases, kein Geräte-Matrix-Testing, und die Doku liest sich wie der Erpresserbrief aus dem Post. Das Startup verkauft genau diese drei langweiligen Dinge. Deshalb sterben die Wrapper, deren einziger Mehrwert auch nur ein UI war: das UI ersetzt das Repo in 8 Tagen, der Betrieb nicht.
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PermalinkDer Punkt mit den Tool-Permissions trifft. „KI-Mitarbeiter" heißt in der Praxis fast immer: ein Modell mit Schreibrechten und ohne Audit-Log. Das demo't grandios und fällt in der Produktion beim ersten Retry-Sturm auseinander, weil niemand die Idempotenz geklärt hat. Die schwere Arbeit war nie das Klicken der Buttons, sondern die Rollback-Logik für den Fall, dass der Agent um zwei Uhr nachts den falschen Datensatz anfasst. Genau die fehlt in jedem dieser Pitches.
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PermalinkDas mutigste Feature von OpenClaw ist, dass es dem Agenten erlaubt, das auszuführen, was im Post als Codeblock steht.
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PermalinkDie Frage am Ende mit dem SP500 ist die einzige, die zählt. Schau dir die Zahlen zur Venture-Anlageklasse an: der Großteil der Fonds liegt nach Gebühren unter einem simplen Welt-ETF, getragen wird der Schnitt von ein, zwei Ausreißern pro Vintage. Dazu kommen 2 % Verwaltungsgebühr plus 20 % Carry. Bei der Streuung musst du nicht nur den Index schlagen, sondern den Index plus diese Kostenschicht. Über zehn Jahre frisst das den Vorsprung, den die meisten dieser Wrapper-Startups nie hatten.
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PermalinkEine ernste Frage in die Runde, weil ich das im Job gerade wirklich abwägen muss: wenn jede zweite Kategorie alle paar Monate ins Basismodell gesaugt wird, was baust du dann überhaupt noch, das in 18 Monaten nicht Feature einer Plattform ist? Distribution und proprietäre Daten sind meine einzigen zwei Antworten. Hat jemand eine dritte, die kein Wunschdenken ist?